Sonntag, 17. August 2008

Die Heimreise!



Die Ausläufer der Nacht waren noch taufrisch. Hochnebel lag über unseren Köpfen und ließ die Sonne nicht zu uns herab.

Die Heimreise lag an und da Bernhard sowie Hans und Christel heute etwas schneller über die Bundesstraßen fahren wollen, was für mich nicht in Frage kommt, werde ich die (hinter)letzte Etappe allein bewältigen. Ich packte frühzeitig meine Sachen, um möglichst zeitig los kommen zu können. Das einzige Problem war noch die Bezahlung vom Platz, wo es noch eine Ungereimtheit gab. Nach dem Durchzählen der Nächte müsste diese Nacht noch mit dazu gehören und so wartete ich noch auf Markus, der das Durcheinander klären sollte. Irgendwann gegen 8:00 Uhr kam er auch, klärte und ich fuhr dann eine Zeit später los Richtung Heimat. Es wurde wieder ein traumhaftes Wetter, so dass das Fahren richtig Spaß brachte.

Es war mal wieder ganz schön ungebunden so zu fahren, wie es mir gefiel. Auch wenn wir eine feine kleine Gruppe waren, ich merkte jetzt, was ich vermisst hatte. Ich brauchte mich nur noch auf die Strecke nach vorn zu konzentrieren.
Das Eisen rannte und ich wehte durch die Lande. Ich machte gute Fahrt und überlegte schon, ob der Rest der Truppe wohl über die Landstraße wirklich schneller sein würde.

Irgendwann gab es plötzlich ein schepperndes Geräusch, welches ich nicht kannte. Es war aber nicht der Motor, also machte ich mir nicht so große Gedanken, ich würde bei Gelegenheit mal nachschauen. Etwa 1 Stunde später nervte es langsam und ich hielt es für Zeit, dass ich mal nachschauen sollte, denn immer wenn ich durch eine Unebenheit fuhr gab es einen Schlag wie mit einem Hammer der die Karosse massierte. Ich fuhr an einem schönen Waldweg vorbei, der mir geeignet für eine kleine Reparatur schien. Ich wendete, wobei ich bemerkte, dass die Lenkung nicht sauber funktionierte und fuhr ein paar hundert Meter hinein, um meine Ruhe zuhaben. Als ich das Problem untersuchte, stellte sich heraus, dass sich nur der vordere Stoßdämpfer oben gelöst hatte und sich an das Beinschild anlehnte, welches auch die Schläge einstecken musste und beim scharfen Einlenken etwas behinderte. Es war aber weiter kein Schaden und wer braucht schon einen Stoßdämpfer? Also raus damit und im Gepäck verstaut. Ich sollte ihn noch vermissen, aber dass wusste ich noch nicht!!!

Da ich ein schönes Plätzchen hatte machte ich gleich noch eine ausgiebige Pause, um dann den Rest durchzufahren. Dann ging es weiter über die Straßen, die ich so liebe und die für mich gemacht schienen, bis …….. ich in einen Waldweg einbog, den ich schon lange mal ausprobieren wollte. Er war frei gegeben für den öffentlichen Verkehr, keine Schilder, die die Weiterfahrt verboten, also rein und gib Schnur.
Es fing alles ganz harmlos an, ein festgefahrener Sandweg, zwei Spuren in der Mitte etwas Grün, nichts aufregendes, Fahrt frei!


Nach einiger Zeit musste ich etwas Fahrt zurücknehmen, der Weg wurde lockerer, aber kein Problem für den vierten Gang. Dann kamen Schlaglöcher. Langsam begann ich meinen Stoßdämpfer zu vermissen, denn immer häufiger schlug ich auf Grund des fehlenden Bauteils durch, was mir nicht sehr behagte. Dann kamen die ersten kleinen matschigen Pfützen, Spaß muss sein, es spritzt so schön!


Dann kamen einige große Pfützen mit an die 10m Länge. Hier hörte der Spaß auf, da ich nicht abschätzen konnte wie tief sie sind. Also immer wieder einen Umweg durch den Wald. Kein Problem! Dann kam eine Pfütze, die mir nicht sehr bedeutend schien, sie war etwa 1,5m lang und ging über die gesamte breite des Weges. „Die schaff ich“, dachte ich so bei mir. Ich sollte Recht behalten, aber nur so gerade eben. Ich fuhr mit guter Fahrt in die Fluten, denn ich wollte ja nicht stecken bleiben, dass war meine Rettung. Das Vorderrad fand kurze Zeit keinen Halt. Die Pfütze war knapp einen halben Meter tief und ging zu Beginn steil nach unten. Ich hatte das Gefühl, einen Köpper zu machen. Da mein Stoßdämpfer fehlte, tauchte die Gabel bis zum Anschlag ein, was die Bodenfreiheit nicht gerade begünstigte. Auf Grund der Fahrt, Schlug die aufgeworfene Welle bis über den Scheinwerfer und kam noch etwa bis zum Gepäckträger. Ich schluckte und gab instinktiv vollen Sprit. Solange der Kofferkasten noch Luft hatte musste ich raus sein. Es klappte und ich erreichte das andere Ufer. Als ich auf festem Boden anhielt, um mögliche Schäden zu begutachten, lief das letzte Wasser vom Trittbrett ab, welches um das Beinschild rum geschlagen war und hinterließ eine Landschaft, die mich an Watt erinnerte. Mein Mantel sah ähnlich aus. Was für mich das Wichtigste war, wie sieht der Luftfilter aus. Ich machte die Klappe auf. Ich sah einen matschigen Vergaser mit „Hutze“ und eine total verschlammte Schwinge. Der Luftfilter war zwar durch die vielen Kilometer fällig, hatte aber kaum „Verschlammungen“. Glück gehabt! Die Faltenbälge von der Gabel haben gehalten und die Gabel hatte somit auch nichts abbekommen. Den Rest konnte ich vernachlässigen. Überall tropfte es runter, wieso habe ich nur keine Bilder gemacht!? Ich ärgere mich zwar darüber, war aber wohl zu glücklich darüber, dass nichts Ernstes passiert ist, dass ich es vergessen habe. Schade, so bleibt nur die Erinnerung! Nach meinem Erlebnis mit der Natur wurde der Weg wieder langsam besser und ich erreichte nach einigen Kilometern wieder die „langweilige“ Straße. Auch hier stand kein Schild. Es sollte ein Hinweis angebracht werden, dass dieser Weg nur für Allradfahrzeuge geeignet ist (und für Heinkel)! Es war eine der schönsten Straßen, die ich kennenlernen durfte, wenn auch nicht für jedermann geeignet.
Da ich vergessen hatte, die Bremse wieder trocken zu bremsen, bekam ich noch mal etwas Probleme, als ich an der nächsten (natürlich) leicht abschüssigen Straßenkreuzung zum Stehen kommen musste. Ich schaffte es aber und wärme die Bremse anschließend schön durch, damit auch der letzte Rest Feuchtigkeit aus ihr verschwindet.

Der Rest der Strecke verging wie im Pflug und ich musste grinsen, bei dem Gedanken, wie ich es meiner Schwester erklären müsste, wenn sich Matsch unter der Tachoscheibe befinden würde. Wie gut, dass das nicht der Fall war! Der Rest der Spuren konnte leicht beseitigt werden.

Als ich durch Winsen (Luhe) kam, war dort ein Oldtimertreffen, wo Klaus und Felix auch immer anwesend sind, und ich entschloss mich vorbei zu fahren. Beim letzen Mal, als ich dabei war, standen sie in der Fußgängerzone und so machte ich mich auf den Weg mit meinen spitzen Stangen durchs Getümmel, denn das Treffen war sehr gut besucht. Da ich sie nicht sofort fand, fuhr ich eine Zeit lang durch die Menschenmassen, bis ich endlich die Motorräder ausmachen konnte. Als ich schließlich dort ankam, fand ich auch gleich die Heinkeltruppe und wurde freudig empfangen. Ich stellte mich mit dem Roller so hin, dass die Stangen unter einen alten LKW ragten und sich niemand verletzen konnte.
Nach einiger Zeit wollte der Trupp dann los, und da das Wetter gut war, fuhr ich noch zu Leos Campingplatz, um ihn zu besuchen. Felix hielt mich zwar für verrückt, da noch ganz rüber zu fahren, aber was sind schon 30km!?

Leo freute sich über mein Erscheinen und ich blieb ein paar Stunden, bis ich dann doch nach Hause musste, da am nächsten Morgen die Arbeit rufen würde. Die letzten 80 Kilometer kannte ich wieder auswendig und war dann schnell ohne Zwischenfälle daheim.